Franz Ignaz Günther Engel im Ignaz Günther Museum in Altmannstein im Altmühltal Epitaphien im Ignaz Günther Museum in Altmannstein im Altmühltal Engel im Ignaz Günther Museum in Altmannstein im Altmühltal Franz Ignaz Günther

Ignaz Günther Museum

in Altmannstein im Naturpark Altmühltal



Die Familie Günther in Altmannstein stammt ursprünglich aus Südtirol, wo die "Ginharts" bis ins 14. Jahrhundert zurück nachweisbar sind.

Der 1644 in Brixen geborene Simon Günther (der Urgroßvater Ignaz Günthers) wanderte um 1670 ins Altmühltal aus und ließ sich in Altmühlmünster als Schreiber der dortigen Hofmarkskanzlei nieder. Nebentätigkeiten als Lehrer und Mesner. Er verstarb 1727 ebendort.

Der Großvater Johann Leonhard Günther (1673-1738) erlernte das Schreinerhandwerk und heiratete 1697 die Altmannsteiner Bürgerstochter Maria Susanna Redl. Er wurde hier als Schreiner ansässig und betätigte sich auch als Krämer. Als Ratsherr saß er im kurfürstlichen Marktmagistrat.

Dessen Sohn Johann Georg Günther d. Ä. (1704-1783) wurde zu einem sehr angesehenen Bürger, der mehrere Jahre (1739-1744) dem Markt als Bürgermeister vorstand.
Er arbeitete nicht nur als Schreiner, sondern war überwiegend als Bildhauer und gelegentlich auch als Faßmaler tätig.
Johann Georg Günther war in erster Ehe mit Anna Maria Reichl aus Altmannstein und in zweiter Ehe mit Maria Anna Frey aus Feldkirchen bei Ingolstadt verheiratet (6 und 8 Kinder).

Franz Ignaz Günther wurde am 22.11.1725 als zweites Kind aus erster Ehe geboren. Die ersten handwerklichen Fähigkeiten erlernte er von 1739-1743 in der väterlichen Werkstätte.
1743 wurde er in die Werkstatt des Münchner Hofbildhauers Johann Baptist Straub aufgenommen.
Die Wandergesellenjahre führten ihn nach Salzburg (1750), Mannheim (1751) und Olmütz in Mähren (1752).
Die Kunstakademie in Wien absolvierte Günther vom 10. Mai bis 10. November 1753 mit Auszeichnung (Goldmedaille).
1754 erfolgte die Rückkehr nach München und die Ernennung zum "Hofbefreyten Bildhauer".
1757 heiratete er die Silberhändlerstochter Maria Magdalena Hollmayr aus Huglfing bei Weilheim. Der Ehe entsprossen 9 Kinder.
1761 wurde ein Anwesen am Oberen Anger in München erworben.
Am 26. Juni 1775 starb Ignaz Günther in München.

Ignaz Günther erhielt schon in der Werkstatt des Vaters eine solide bildhauerische Grundausbildung. Die siebenjährige Tätigkeit im Atelier des Hofbildhauers Johann Baptist Straub ließ ihn künstlerisch reifen; sein individueller Stil trat immer deutlicher hervor.
Die Begegnung mit dem kurpfälzischen Hofbildhauer Paul Egell in Mannheim (1751), dessen Formgefühl Günther eingehend studierte, war ein weiterer Markstein in seiner Entwicklung.
Auf der kaiserlichen Akademie in Wien vervollkommnete er sich neben der Bildhauerei mit dem Zeichnen von Architekturen. Hier erwarb er auch das "Erste Premium der Bildhauerei".
Ignaz Günther ließ sich 1754 in München nieder. Er war inzwischen zum Meister gereift. Kirchen und Klöster vergaben nun große Aufträge an ihn und auch Arbeiten profaner Art wurden ihm zuteil; jedoch überwiegt die Anzahl der sakralen Werke. Die Skulpturen und Altäre in Altenhohenau, München, Mallersdorf, Neustift, Rott am Inn, Weyarn, Nenningen oder anderen Orten sind Höhepunkte seines Schaffens.
Die Bedeutung Ignaz Günthers liegt insbesondere in der virtuosen Gestaltung seiner Figuren, denen er feinste seelische Empfindungen und verinnerlichten Ausdruck verlieh. Die Nachwelt verehrt Ignaz Günther als einen Künstler von europäischem Rang.
Das Museum wurde 1997 von der Marktgemeinde Altmannstein zu Ehren ihres großen Sohnes, des berühmten Bildhauers Ignaz Günther, eingerichtet. Mit einbezogen sind die Vorfahren Günthers, deren künstlerisches Erbe ebenso gewürdigt wird.
Nach mehrjähriger Bauzeit wurde das historische Gebäude unter Mitwirkung des Bayer. Landesamtes für Denkmalpflege wiederhergestellt und die Museumsräume im Erdgeschoß, in der ehemaligen Werkstätte des Vaters von Ignaz Günther, untergebracht. Bei der Museumsgestaltung war u. a. das Bayer. Nationalmuseum maßgeblich beteiligt.
Die ausgestellten Exponate stammen sowohl von Ignaz Günther selbst, als auch vom Vater Johann Georg Günther und dem Großvater Leonhard Günther. Texttafeln mit Grafiken informieren den Besucher über die Günther-Familie. Einige bibliophile Kostbarkeiten und großformatige Farbfotos bereichern die Sammlung.


Weitere Werke in der Marktgemeinde:

Kruzifix von Ignaz Günther, gegeißelter Christus und Epitaphien von Johann Georg Günther in der Kirche "Heilig-Kreuz" in Altmannstein
"Guter Hirte" von Ignaz Günther in der Kirche "St. Leodegar" in Mendorf
Kanzel mit vier Medaillons von Georg Günther in der Kirche "St. Georg" in Schamhaupten
Vortragskreuz, Heiliger Sebastian und Opferstock von Georg Günther in der Kirche "St. Nikolaus" in Berghausen


Öffnungszeiten:

Mai - September
Sonntags 10.30 - 12.00 Uhr
Führungen nach Vereinbarung



Ignaz Günther Museum
Ignaz-Günther-Gasse 1
93336 Altmannstein
Tel.Nr.: 09446/90210
Fax.Nr.: 09446/902121



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Zuletzt aktualisiert am 10.02.2017