Löwendenkmal in Bad Abbach


Löwendenkmal am Teufelsfelsen

in Bad Abbach im Donautal



Die Straße von Saal nach Abbach war fast bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in einem völlig unzureichenden Zustand. Dies traf vor allem beim Teufels- und Löwenfelsen zu, wo die Felsen unmittelbar vom Donauufer ganz steil und zum Teil überhängend aufragten, so daß kein Platz mehr für eine Straße blieb. Sie verlief daher im Flußbett und an anderen Stellen hart am Flußufer, fast auf gleicher Höhe wie der Wasserspiegel der Donau bei normaler Höhe. Schon durch geringes Ansteigen des Wassers wurde die Straße überflutet und der Verkehr auf ihr war gefährlich. Bei Hochwasser und Eisbildungen, wie es in den kalten Wintern von 1784, 1786 und 1789 öfters der Fall war, mußte der beschwerliche Weg über steile Höhen eingeschlagen werden. Ende Februar 1784 lagen die Eisschollen 3-5 m hoch auf der Straße und 85 Arbeiter mußten 10 Tage lang anstrengend arbeiten um den Verkehr wieder herzustellen. Im laufe des Sommers 1786 wurde die Straße fünfmal tagelang überflutet. Um diesen immer wiederkehrenden Mißstand ein für allemal abzuhelfen, beschloß die Staatsregierung, die Straße zu verbreitern und höher zu legen. Man begann am 30. Mai 1792 unter der Oberleitung des Oberst-General-Straßen- und Wasserbau-Direktors Adrin von Riedl mit der Anwerbung von Taglöhnern, Maurern und Zimmerleuten aus der Umgebung von Abbach und Postsaal. Drei Spezialisten, in den überkommenen Berichten als "tyrollerischen Felsensprenger" bezeichnet, heuerte man aus Reichenhall an. Um die 40 Soldaten, allesamt kräftige Kerle, sollten die Arbeiter unterstützen. Die großen Mengen an Schießpulver lagerte man aus Sicherheitsgründen im alten kurfüstlichen Schloß oberhalb Abbachs. In mühseliger Kleinarbeit wurden im Laufe des Sommers und Herbstes Erdreich und lockeres Gestein abgetragen. Erst im November, es herrschte schon strenger Frost, begannen die Reichenhaller Steinbrecher Minen in den Fels zu sprengen, die später das Dynamit aufnehmen sollten. Einen ersten Versuch, den Felsen zu sprengen, unternahm man in Anwesenheit Adrian von Riedl am 13. Dezember 1792. Eine eigens aus Ingolstadt hergebrachte Bombe krepierte ob der Feuchtigkeit des Tages. Auch der am nächsten Tag wiederholte Versuch schlug fehl. Über Weihnachten und Neujahr fuhr man fort, nun kleinere Teile des Teufelsfelsen herabzusprengen. Am 2. April 1793 schließlich, nachdem man nun eine Reihe von Erfahrungen gesammelt hatte, gelang im Beisein Adrian von Riedel die Sprengung des restlichen Felsens. Obwohl die Straße unter dem Felsen haushoch mit Brocken verschüttet war, gelang es den Arbeitern, bis zum nächsten Nachmittage freizuschaufeln, so daß sogar sechsspännige Reisekutschen sie wieder befahren konnten. Als 1794 diese schwierige Stelle vollendet war, kam der Kurfürst Karl Theodor selbst nach Abbach um das große Werk zu besichtigen. Ihm zu Ehren ist auch ein Denkmal an Ort und Stelle errichtet worden. Etwa 9 m über der Straße hat man an der abgesprengten Felswand eine 10 m hohe Schrifttafel angebracht mit einer lateinischen Inschrift in großen Bronzebuchstaben, welche die große Tat auch späteren Geschlechtern künden soll.


CARLO.  THEODORO.
C.  P.  R.
BOIORUM.  DUCI.  ELECTORI.
OPTIMO.  PRINCIPI.
EVERSA.  DEIECTA.
IMMINENTIUM.  SAXORUM.  MOLE.
LIMITE.  DANUBIO.  POSITO.
STRATA.  A.  SAAL.  AD.  ABBACH.
VIA.  NOVA.
MONUMENTUM.  STATUI.  CURAVIT.
JOS.  AUG.  TOERRING.
AER.  BOIC.  PRAEFECTUS.
CI?ICCVIC.


(Der bayer. Finanzminister Jos. Aug. Törring sorgte dafür, daß dem Kurfürsten Karl Theodor, Pfalzgrafen bei Rhein, dem besten Fürsten, dies Denkmal gesetzt wurde. Denn unter seiner Regierung wurden die überhängenden Felsmassen am Donauufer entfernt und eine neue Straße von Saal nach Abbach gebaut. 1794)

Gegenüber der Steintafel am Donauufer wurden auf 3 m hohen Sockeln zwei gemeiselte Löwen (Orginal von Hofbildhauer Johann Nep. Muxl wurden 1945 gesprengt und 1978 wiedererrichtet) angebracht, von denen der eine zur Donau, der andere auf die Inschrift blickt. Die Gesamtkosten des etwa 5 km langen Straßenbaues nebst Bachüberwölbung und dem Denkmal beliefen sich auf 60.955 fl.


Der Teufelsfelsen und die Teufelskanzel

Der kahle, hochaufstrebende Felsen, der zwischen Saal und Bad Abbach sich ins Donautal vorschiebt, heißt Teufelsfelsen und seine eigentümliche Bekrönung wird Teufelskanzel oder Predigtstuhl genannt. Das Volk erzählt davon folgende Sage:

Die Bewohner des Donautales waren fromm und gottesfürchtig, und der Segen des Himmels lag sichtbar auf ihren Fluren. Darüber ärgerte sich der Teufel und beschloß, das Volk von seinem Glauben abspenstig zu machen. In Mönchstracht bestieg er den höchsten Berg der Gegend, machte sich auf dessen Spitze eine steierne Kanzel zurecht und predigte von hier aus den Menschen. Er versprach ihnen alle Güter irdischer Glückseligkeit, wenn sie seinen Lehren folgten. Aber gar bald wurde er erkannt, und niemand wollte ihn mehr hören. Darauf ergrimmte er sehr, packte in seiner Wut ein Felsstück und warf es in die Donau. Dabei stampfte er mit dem Fuße so gewaltig auf den Boden, daß noch heute die Spur auf der Teufelskanzel zu sehen ist.



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Zuletzt aktualisiert am 10.02.2017