Burg Randeck in Essing im Altmühltal


Burg Randeck

in Essing / Randeck im Naturpark Altmühltal



Über dem Ursprung der Burg Randeck berichtet keine Urkunde. Es ist nicht ausgeschlossen, daß auf dem vorgeschobenen Burghügel, ebenso wie auf dem Felsvorsprung, der die Burg Schnellneck trug, schon zur Zeit der Kelten eine Feste zum Schutz des Eisenwerkes angelegt worden ist. Der Platz war jedenfalls besonders dazu geeignet, da er schwer zugänglich war und einen guten Überblick über die Umgebung bot. Wahrscheinlich bereits im 10. Jahrhundert unter Herzog Arnulf dürfte die erste mittelalterliche Befestigung zum Schutz gegen die Einfälle der Ungarn errichtet worden sein. Im 11. Jahrhundert soll nach unverbürgten Nachrichten ein Herr von Rotteneck, ein Enkel Babos, die Burg erbaut haben. Im Jahre 1110 wird urkundlich der erste Randecker genannt. Heinrich von Randeck erhielt von den Grafen von Kreglingen die Schirmvogtei über das vom Bischof Hartwich neu erbaute Kloster Rrüll als Afterlehen. Da er aber die Leute des Klosters mit ganz ungewöhnlichen Anforderungen bedrängt hatte, kaufte ihm der Abt Heinrich 1120 all seine Ansprüche um 50 Pfund Regensburger Pfennig ab. 1224 lernen wir einen Heinrich von Randeck als Urkundenzeugen kennen. Bals danach finden wir Randeck und den darunter liegenden Ort Essing, der stets unlöslich damit verbunden war, im Besitz der Babonen. 1326 verglich sich Wernhart von Abensberg mit seines Bruders Sohn Ulrich, "Daß sie ihre zwo Vesten Randeck und Abensberg wieder zusammenwurfen; sie sollten hinfüran bei einander unverteilt bleiben, und so einer nimmer wäre, soll der andere Leib und Gut erben". Ulrich III., der Stifter des Kollegialstiftes und des Spitals für 12 Arme, starb 1369.
Hans III. von Abensberg, Randeck und Altmannstein war ein sehr gewalttätiger Mann. Von seiner hohen Warte in Randeck aus überwachte er die Straße und erhob von den durchkommenden Wagenzügen einen hohen Zoll, suchte überall Händel und übte die "Reutterei". Vor seinen Felsenburgen zitterte der reisende "Pfeffersack". Deshalb überzogen ihn 1446 die Nürnberger mit Krieg, plünderten seine Besitzungen und brannten sie nieder. Noch wird das Verlies am Fuße des Turmes gezeigt, wo die armen gefangenen dem Hungertode preisgegeben wurden, wenn sie das hohe Lösegeld nicht aufbringen konnten. Aus dieser Zeit dürfte auch das bekannte Sprüchlein stammen:
"Ze Abensberg wollen wir uns gütlich nähren,
Ze Hohenrandegg aber tapfer wehren".
Die Sage weiß auch zu berichten von einem Fritz von Randeck, einem rechten Blaubart. Der Teufel entführte ihn nach einer Jagd in Saugestalt zur Hölle. Die Sage von den gottlosen drei Brüdern in Randeck werden wir bei der Donaufahrt kennen lernen.
In der älteren Zeit gab es auch ein Hohen- und Niederrandeck; Apian bezeichnet die auf seinem Bild dargestellte Burg ausdrücklich als Hohenrandeck, Niederrandeck lag etwas bergabwärts und war durch gewaltige Mauern mit Hohenrandeck und Neuessing verbunden. Dieser Burgstall scheint jedoch nur kurze Zeit bestanden zu haben.
Niclas, Herr von Abensberg, der letzte Babone, wurde am 28. Februar 1485 von seinem Burgnachbarn Seitz von Frauenberg bei Freising erschlagen. Sofort nahm Herzog Albrecht der Weise Randeck und Essing in Besitz und sein Sohn Wilhelm der Standhafte, belohnte damit die treuen Dienste seines klugen Kanzlers Leonhard von Eck 1529. Von der Weisheit dieses Gelehrten und Staatsmannes zeugt das Urteil, das über ihn von seinen Zeitgenossen gefällt wurde: "Was Eck nicht beschließt, wird von anderen schwerlich beschlossen."
Er ließ über dem Tor bei der Zugbrücke die lateinische Inschrift anbringen: "Nisi Dominus custodiert civitatem, frustra vigilat qui custodit eam." (Wenn nicht Gott Wache hält über die Burg, ist unser Wachen vergebens.) Rechts von der Inschrift ist das Eck´sche Wappen und links das Freiberg´sche angebracht, da seine Gemahlin eine geborene Freiberg war. Reich begütert und hoch angesehen starb er am 17. März 1550. Sein einziger Sohn Oswals wurde Schüler des berühmten Geschichtsschreibers Aventin und ein bedeutender Gelehrter, Altertumsforscher und Münzkenner. In Randeck hatte er einen seltenen Schatz von kostbaren Büchern, Handschriften und Münzen gesammelt. Doch der ungewöhnliche Reichtum verblendet ihn und er pflegte in seinem Stolze zu sagen, indem er von der Höhe des Wartturmes mit der Hand nach den vier Himmelsgegenden zeigte: "Wenn der Hagel und Donner hier schlägt, so haben meine Kinder gegenüber zu essen", und Archivar Lieb, von dem diese Angabe herrührt, setzte bei: "Hat´s wohl sagen können bei so vielen habenden Schlössern und Hofmarchen. Aber nach und nach kam Oswald von Eck doch in mißliche Verhältnisse, seine Besitzungen wurden zwangsweise versteigert und er starb, völlig verarmt, 1570 in Regensburg.
Auf der Gant kaufte 1565 Graf Otto Heinrich von Schwarzenberg die gesamte Randeck´sche Herrschaft, sein Sohn veräußerte sie aber 1594 an Alexius Fugger und von diesem gelangte sie 1596 an Herzog Wilhelm, der sie im gleichen Jahre noch an den kaiserlichen Rat Wolf Freymann vertauschte. Als diesem der herzogliche Befehl 1601 zuging, auch seiner Herrschaft die Hexen eifrig zu verfolgen, widersetzte er sich als Mensch und Jurist diesem Ansinnen energisch und verzichtete lieber auf seine Gerichtsbarkeit, als Daß er dem Befehle nachkam. Unter ihm ist beim ersten schwedischen Einfall 1634 die stolze Burg "abgefeuert" und dabei des hl. Geiststifts Salbach und Fundationsbrief mit vielen anderen Urkunden und kostbaren Mobilien "in Asche gestaubt worden." Er starb um 1670. Unter seinem Sohn Johann Joachim Freymann rebellierte die gesamte Bürgerschaft von Essing wegen der übermäßigen Scharerke (Fronarbeiten). Darum verkaufte er die Herrschaft um den für die damaligen Verhältnisse hohen Preis von 31.000 fl. an das Jesuitenkollegium in Ingolstadt 1672. Dieses hatte die Mittel zu dem Kauf aus der reichen Erbschaft des Regensburger Weihbischofes Sebastian Donichius erhalten, der das Kolleg zum Universalerben eingesetzt hatte, weil sein Bruder Rektor Magnificus der Universität war. Es ist dies derselbe Weihbischof, welcher das von General Truckmüller erbaute Emmenthaler Kirchlein geweiht hat. Da die Burg seit der Verwüstung durch die Schweden nur mehr schlecht bewohnbar war, stellte das Kollegium einen Hausverwalter auf, der zu Neuessing seine Wohnung hatte. Er mußte unter Aufsicht des Kollegiums-Prokurators die Forst-, Ökonomie- und sonstigen Gefälle (fällige Abgaben) einnehmen und verwalten. Die Gerichtshaltung wurde von einem in Ingolstadt wohnenden Richter besorgt, der öfter im Jahr die sämtlichen Hofmarchen des Kollegiums bereisen mußte.
Als 1773 der Jesuitenorden aufgelöst wurde, kam die Herrschaft auf einige Jahre unter die Verwaltung einer Güterdeputation und wurde bei Errichtung der bayerischen Malteser-Odernszunge dieser zugewiesen und in Essing eine Kommenturei errichtet. So blieb es bis 1800, beziehungsweise 1803, als die Malteserzunge in Bayern wieder aufgelöst wurde. Da übernahm der Staat die Verwaltung der Kommende(Verwaltungsbezirk) Randeck. Erst durch Rescript (Verfügung) der Regierung vom 10. März 1809 wurde der letzte Großkomtur Graf Maximilian von Preising in den Naturalgenuß und die Selbstadministration der Kommende Randeck wieder eingesetzt. Die Jahresnutzung des Randecker Forstes allein betrug damals 2.000 Klafter Scheitholz. Am 26. September 1825 begannen durch den Spezialkommissär Wagner die Verhandlungen über die Auflösung und Inkammerierung (Einziehung für die Staatskasse) der Johanniterordens-Kommende Randeck. Die Waldungen wurden der Verwaltung des Forstamtes Kelheim allmählich zugeführt. Die Walderträgnisse jedoch verblieben dem Großkomtur bis zu seinem Tode. Er starb 1837 als Generalleutnant und Capitain de Gardes in München.
Die hohe und niedere Jagd aber über den ganzen Forst und die dazwischen liegenden Privatgründe wurden vom 30. Oktober 1825 an zum Schutz und zur Aufsicht an das Kgl. Forstamt Kelheim ausgeliefert. Da schon die Jesuiten nur wenig zum Unterhalt der Burg taten - sie kamen nur eines schönen Tages mit einem großen, von vier Pferden gezogenen Wagen nach Randeck und luden alles, was im Schlosse noch vorhanden war und einigen Wert hatte, auf den Wagen und fuhren es gen Ingolstadt - und die Malteser sich noch weniger darum kümmerten, so verfiel sie immer mehr und wäre vielleicht jetzt auch als Ruine kaum mehr beachtenswert, hätte nicht eine gütige Hand eingegriffen. Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts fiel ein großer Teil der Burg ein. 1838 stürzte die eigentliche Burg mit dem sogenannten Römerturm in sich zusammen und es mußten besondere Schutzmauern errichtet werden, damit der darunterliegende Markt Neuessing durch die abstürzenden Mauertrümmern nicht in Gefahr kam. Als Kronprinz Maximilian 1842 in unsere Gegend kam, war er von der herrlichen Lage der Burg und den malerischen Ruinen so begeistert, daß er beschloß die Burg als königliches Schloß wieder aufbauen zulassen. Es mußte sofort eine Zufahrt geschaffen und der Bergfried wieder hergestellt werden; aber die Wirren 1848 störten die Weiterführung des Baues und seither werden vom Staate nur die notwendigsten Vorkehrungen getroffen, um den weiteren Verfall zu verhindern. Vom Bergfried, der am besten erhalten ist, genießt man einen prächtigen Rundblick.


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Öffnungszeiten:

April - Oktober täglich 9.30 - 18.00 Uhr



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Zuletzt aktualisiert am 10.02.2017