Wetter nach dem Hundertjährigen Kalender


"100jährige Kalender"

   für das Jahr 2018



In den alten Zeiten, als Bücher noch sehr teuer und für viele Menschen unerschwinglich waren, gab man viele Dinge mündlich weiter. Jeder lernte vom anderen, bewahrte im Geiste das Gehörte, Gesehene und Erlebte auf und gab es weiter, zum Nutzen der Nachkommen, deren Kinder und Kindeskinder.
Damals war das Wetter der wichtigste Faktor im Leben der Landbevölkerung. Da es keine festen Regeln gab, besann man sich auf das Althergebrachte, auf die Tradition und die Erfahrung und behielt sich im Kopfe, daß ein reicher Regenfluß im April für die Ernte gut war, daß Frost im Mai jedoch dem Wein schadete. Diese groben Regeln, verteilt auf längere Zeiträume, reichten aber nicht aus. Es galt, präzisere "Gesetzmäßigkeiten" zu finden.
In Langheim in Oberfranken ließ sich Dr. Mauritius Knauer, der Abt des Zisterzienserklosters, ein Observatorium errichten, den so genannten "blauen Turm". Er war überzeugt davon, daß die "Geschicke der Weltgeschichte" im Lauf der Sterne festgelegt waren, denn, so wußte er aus alten arabischen und griechischen Schriften, die "Sterne sind Werkzeuge des ersten Bewegers".
Also beeinflußten die Sterne, Planeten und Monde nicht nur den Menschen, sein Werden und Vergehen, sondern auch das Wetter und das Klima, und somit auch den Erfolg und Mißerfolg der Ernten. Seine astronomischen Erkenntnisse, ergänzt und bereichert durch das Studium der klassischen Schriften, schrieb der Abt nieder.
In den Jahren 1652 bis 1658 beobachtete Mauritius Knauer tagtäglich das Wetter. Keine astronomische, klimatische oder atmosphärische Erscheinung entging ihm. Irgendwann erkannte der Abt, daß er sein Wissen vielen Menschen zugänglich machen mußte.
Knauer nannte seine Schrift "Calendarjum Oeconomicum Practicum Perpetuum". Er glaubte, daß sieben Beobachtungsiahre für eine dauerhafte Wettervorhersage ausreichten, da sich nach seinen astrometeorologischen Ansichten die Witterungsabläufe entsprechend der Planetenfolge Mond, Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur wiederholten.
Dr. Christoph von Hellwig aus Thüringen hatte sich schon längere Zeit mit astrologischen und medizinischen Schriften befaßt. Als er die Bekanntschaft von Dr. Mauritius Knauer machte, witterte er sofort ein einträgliches Geschäft.
Er verkürzte die vom Abt erstellte und berechnete Planetentafel von 1600 bis 1912 auf hundert Jahre, nämlich von 1701 bis 1800, und ließ den Kalender 1704 drucken. Im Jahre 1720 versah der Verleger Weinmann aus Erfurt die Schrift mit dem Titel "100-jähriger Kalender". Bis zum Jahre 1860 wurde dieser Kalender in über 180 Auflagen gedruckt und verbreitet.
Auch heute wird noch immer gern nach dem 100-jährigen Kalender gegriffen, denn Wetter und Klima sind in unseren Tagen genauso aktuell wie schon vor über 200 Jahren.


Das Venusjahr ist jederzeit mehr feucht als trocken, wenn man alle Teile des Jahres zusammennimmt. Es ist schwül und ziemlich warm.


Der Winter:

Keine große Kälte und nicht viel Schnee gibt es im Winter. Erst das Ende des Februars bis in den März hinein kommt die große Kälte.


Der Frühling:

Weil im vorhergehenden Sonnenjahr die Kälte ziemlich lange dauerte, gibt es einen späten Frühling. Dieser Frühling ist allezeit feucht, normal temperiert und für alle Früchte förderlich. Bisweilen aber ist es auch gar zu nass, so dass man nicht gut säen kann, besonders wo es nasse Felder hat. Ein später Frost ist nicht zu befürchten. Wo der Same gut aufgegangen ist, kann man die Schafe wohl darauf treiben. Man kann sie auch länger auf den Wiesen lassen als in anderen Jahren.


Der Sommer:

Wenn die Nässe im Frühjahr nicht gar zu groß und lang anhaltend ist, folgt ein warmer, schwüler Sommer, wie er gewöhnlich zu sein pflegt. Regnet es aber ständig im Frühjahr, so folgt ein heißer, dürrer Sommer. Das geschieht selten, doch dann wächst ein Hauptwein. Es muss auch befürchtet werden, daß viel Heu und Getreide auf dem Feld bleibe und verfaule. Darum sollte man die Feiertage nachmittags nutzen, damit das Getreide hereinkomme. Notabene: Wenn es im Venusjahr einen dürren Sommer gibt, so wird das Getreide teuer. Einen dürren Sommer gibt es dann, wenn im Februar, März, April, Mai zuvor eine Sonnenfinsternis zu sehen war oder im vorigen Sonnenjahr ein Komet erschienen ist.


Der Herbst:

Der Herbst ist gewöhnlich warm und schön, währt aber nicht lange. Darum ist mit allem Fleiß zu trachten, dass die Weinberge und auch der Winterbau zeitig gedeckt werden, denn um Mitte November wintert es gewöhnlich zu und taut vor Weihnachten auch nicht wieder auf.


Der Winter:

Der Winter ist anfangs leidlich trocken, danach, besonders vom 12. Februar bis zum Ende, ganz feucht. Es kommen große Wassergüsse, die den Häusern, Menschen und Vieh Schaden zufügen. Notabene: Obwohl die großen Regengüsse nicht immer häufig sind, so bleibt dieser Winter doch immer warm und feucht.


Januar

1. - 4. trüb und mittelkalt
5. Schnee und etwas Regen
6. Schneefall
7. - 9. trüb
10. kommt Schnee
11. - 12. trüb und etwas Wind
13. - 14. Schneefälle
15. - 16. trüb und nicht sehr kalt
17. - 19. hell und kalt
20. - 24. Wind und Schnee
25. - 27. kalt
28. - 31. Schneefälle


Februar

1. - 5. schön und sonnig
6. - 11. trüb
12. - 17. Schnee und Wind
18. - 25. hell und kalt
26. - 28. sehr kalt
Eisstockschießen im Altmühltal bei Essing


März

1. - 6. morgens kaltes Wetter, gegen Abend nimmt die Kälte ab und es taut
7. - 8. regnet und schneit es durcheinander
9. - 15. hart gefroren
16. - 17. kleinere Schneefälle
18. - 23. nochmals hart gefroren
24. - 26. trüb mit Regen, mal warm, mal gefroren. Die Luft ist rauh.
27. - 31. kalt und gefroren


Erkältungen im April

April

1. - 3. kalt und gefroren
4. Schneefall
5. - 12. schön, doch zwischendurch Regen und kleiner Schnee
13. - 15. Wind und unbeständig
16. - 20. schönes Wetter
21. rauhe Winde
22. - 29. Reif und Frost
30. schön warm


Mai

1. - 5. schön und warm
6. Gewitter ziehen auf
7. - 16. viel Regen
17. - 23. schönes mildes Wetter
24. - 29. rauhe Luft
30. - 31. schöne und warme Maientage


Juni

1. - 12. warm und schönes Wetter
13. - 21. Donner und Regen, aber auch wechselhaft
22. - 30. fast täglich Donnerwetter und Regen und unlustig bis zum Ende
Blumen im Altmühltal bei Eichstätt


Juli

1. - 2. trüb und traurig Wetter
3. - 4. morgens recht kühl, nachmittags Donner und Regen
5. - 9. schöne Tage
10. - 14. Regenwetter
15. - 17. schönes Heuwetter
18. - 23. Regen
24. - 26. drei herrliche schöne Tage
27. - 30. Donner und viel Regen
31. schöner Tag


Sonnenbaden im August im Naturpark Altmuehltal bei Riedenburg

August

1. - 7. Regentage
8. ein schönes Wetter
9. - 13. es regnet wieder
14. - 24. schönes warmes Wetter für die Erntezeit
30. wieder ein besonders schöner Tag


September

1. - 2. zwei schöne Tage
3. windig und trüb
4. - 6. es ist kühl am Morgen
7. warm und schön
8. - 9. stürmische, schlechte Tage
10. kühl und trocken
11. Regen
12. - 18. schönes, warmes Wetter
19. - 21. trüb mit etwas Regen
22. - 30. schönes Herbstwetter


Oktober

1. schöner Tag
2. - 3. Blitz, Donner und großer Regen
4. - 9. trübes Wetter mit Regen
10. - 13. schön warm
14. gibt es nachmittag Regen, früh hat es gereift
15. - 27. schönes und gutes Wetter
28. - 29. Eis gefroren
30. es schneit
31. trübes Wetter mit Nieselregen
Wind im September im Altmühl-Tal bei Breitenbrunn


November

1. - 3. trüb mit rauen Winden
6. - 7. schöne Tage
8. - 10. fällt Regenwetter ein
11. den ganzen Tag Schneefälle
12. - 17. Regen und Schneefälle
17. - 27. bis hart gefroren, fast täglich etwas Schnee, sehr kalt
28. - 30. sehr kalt, der Schnee bleibt bis Weihnachten liegen


Saunen im November im Altmühltal bei Dietfurt

Dezember

1. - 2. noch sehr kalt
3. - 6. täglich Schneefälle
7. es regnet
9. - 19. hellt sich auf und gefriert
20. - 25. unfreundlich und Regenwetter
26. - 31. kalt


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Zuletzt aktualisiert am 30.01.2018