Alkimoennis bei Kelheim im Naturpark Altmühltal


Keltische Stadtanlage "Alkimoennis"

bei Kelheim im Naturpark Altmühltal



Die größte keltische Stadtanlage Europas liegt auf dem Michelsberg bei Kelheim, der die Donau und Altmühl um 126 m überragt. Ihr Name ist Alkimoennis wie uns der antike Geograph Ptolemäus überliefert hat. Die mit Wällen befestigte Anlage besitzt eine Fläche von etwa 600 Hektar , die zum größten Teil in einem Naturschutzgebiet liegt, das von den Bayerischen Staatsforsten gepflegt wird. Heute ist der Michelsberg vor allem durch die Befreiungshalle bekannt, die im 19. Jahrhundert dort gebaut wurde.
Lage Alkimoennis bei Kelheim im Altmühltal
Die Hochfläche zwischen den beiden Flüssen wird von drei Wällen gequert, während die Steilhänge zur Altmühl und zur Donau einen natürlichen Schutz bilden. Sie weisen in ihrem Inneren Steinmauern auf. Die äußere Befestigung besitzt eine Länge von 3,2 km. Von den über 2.000 Jahren alten Bauwerken sind heute nur noch die Erdwälle sichtbar, diese sind jedoch weitgehend vollständig in ihren imposanten Ausmaßen erhalten. Als Eingänge in die Stadt dienten mehrere Tore. Für den Bau der gewaltigen Befestigungen wurden 8.000 Baumstämme, 17.000 Kubikmeter Plattenkalkstein und rund 35.000 Kubikmeter Erdreich verarbeitet.
Zwischen den Wällen befinden sich große Areale keltischer und mittelalterlicher Schürfgrubenfelder und Abraumhalden. Sie nehmen mehr als die Hälfte der Hochfläche ein. Hier wurde Eisenerz abgebaut, das vor Ort verhüttet wurde, was durch Ofenreste und Holzkohle belegt ist. Besiedlung kann dagegen auf dem Michelsberg kaum nachgewiesen werden. Anscheinend standen in diesem Bereich der keltischen Stadt der Bergbau und die Weiterverarbeitung der Rohstoffe im Vordergrund. Die eigentliche Wohnbebauung lag entlang der Altmühl.


Keltische Stadtanlage (lat. Oppidum)

Im 2. Jh. v. Chr. bildet sich ein "frühstätisches" Wirtschafts- und Gesellschaftssystem heraus, das als Oppida-Zivilisation bezeichnet wird. Große befestigte Stadtanlagen, ein eigenes Münzwesen, weitreichende wirtschaftliche Kontakte sowie ein stark differenziertes Handwerk führten zu einem komplexen Wirtschaftssystem. Bis um die Mitte des 1. Jh. v. Jhr. prägt diese Struktur die keltische Lebensweise.
In Bayern kennen wir insgesamt vier Oppida. Das nördlichste liegt auf dem Staffelberg bei Bad Staffelstein in Oberfranken. Manching bei Ingolstadt und Kelheim liegen an dem wichtigen Handelsweg Donau. Die Fentbachschanze bei Weyern im Landkreis Miesbach bildet die südlichste Stadtanlage.



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Zuletzt aktualisiert am 05.11.2018