Orgel aus Bruck im Orgelmuseum in Kelheim im Altmühltal Orgel aus Köfering Orgel aus Bruck im Orgelmuseum in Kelheim im Altmühltal Orgel aus Köfering Orgel aus Bruck im Orgelmuseum in Kelheim im Altmühltal

Orgelmuseum

in Kelheim im Naturpark Altmühltal



Orgel aus Bruck

Die frühere Orgel der Kath. Pfarrkirche in Bruck im Landkreis Schwandorf wurde 1910 von der Regensburger Orgelwerkstätte Martin Binder & Sohn erbaut. Sie war ursprünglich nicht für diese Pfarrkirche, sondern für die Oberpfälzer Kreisausstellung "Regensburg 100 Jahre bei Bayern" erstellt worden. Wegen ihrer besonderen technischen Ausstattung wurde sie mit der "Staats-Medaille" prämiert. Nach Beendigung der Ausstellung hat die Kirchenverwaltung das sehr schöne Instrument für ihre Pfarrkirche erworben.
Es handelt es sich um ein Kegelladenwerk mit Transmissionsprinzip auf den beiden Manualen; durch die Möglichkeit einer Ober- und Unterkoppel kommt bei vollem Spiel ein gewaltiges Tonvolumen zustande (bei jeder Taste, welche der Organist drückt, können auf Wunsch alle Register in der Oberoktave und zusätzlich in der Unteroktave ertönen).
Eine solche Anlage ist heute eine Seltenheit. Die Steuerung der Orgel zwischen Spieltisch und Pfeifenventil geschieht auf pneumatischem Wege, d. h. also mit Luftdruck. Das Werk ist original erhalten und befand sich noch in gutem technischen Zustand. Solch langandauernde Qualität ist ein Merkmal der Orgelbauwerkstätte Binder & Sohn, welche damals der namhafte Münchener Orgelbaumeister Willibald Siemann übernommen hatte. Siemann zeigt sich auch in seinen anderen Werken als ein Meister handwerklichen Könnens und künstlerischer Intonationen: Die einzelnen Register, gerade der Orgel von Bruck, sind von besonderer Klangschönheit und charakteristisch für das Klangideal der spätromantischen Kirchenmusik.
Nach der erfolgten Wiederaufstellung und Instandsetzung stellt dieses erste Instrument im Orgelmuseum in Kelheim ein musikalisch und kirchenhistorisch bedeutendes Klangdenkmal dar.


Orgel aus Geiselhöring

Die frühere Orgel der Pfarrkirche "St. Peter und Erasmus" in Geiselhöring ist ein Werk der bekannten und sowohl technisch als auch künstlerisch hervorragenden Orgelbauwerkstätte Steinmeyer, Oettingen, aus dem Jahre 1897.
Auf pneumatischen Kegelladen mit zwei Manualen und Pedal wurden 17 Register installiert. Das originale Zinnprospekt wurde 1921 nach Kriegsabforderung von 1917 durch ein Zinkprospekt ersetzt. 1955 und 1988 wurden Umdisponierungen vorgenommen. Im Inneren ist die Anlage des Orgelwerkes klar und übersichtlich. Der Spieltisch ist freistehend mittelaxial angeordnet. Das Gehäuse aus der Neurenaissance ist in seiner original erhaltenen Vorderfront (ausgenommen der früher eingelassene Spielschrank) ein charakteristisches Ausdrucksmittel und ein wohlproportioniertes, in sich stimmiges Gehäusewerk. Die nicht oder wenig veränderten Register zeichnen sich durch Klangschönheit aus. Der Qualitätszustand von Windladen und Pfeifenwerk ist als hervorragend zu bezeichnen.
Nach der Wiederaufstellung und funktionsfähigen Instandsetzung ist diese Orgel das zweite musikalisch und kirchenhistorisch bedeutendes Klangdenkmal des im Aufbau befindlichen Orgelmuseums in Kelheim.


Orgel aus Allersdorf

Die Restaurierung der Orgel aus der Wallfahrtskirche "Mariä Himmelfahrt" in Allersdorf, Stadt Abensberg, die von der kath. Kirchenstiftung Biburg dem Verein als Schenkung überlassen wurde, ist abgeschlossen. Die mechanische Orgel, erbaut ca. 1846, vom Orgelbauer Josef Mühlbauer wurde 1890 durch die Regener / Deggendorfer Orgelbauer Carl Ludwig Edenhofer umgebaut. 1940 folgte eine Renovierung durch die Fa. Hirnschrodt Eduard jun. und 1973 durch die Kelheimer Orgelbaufirma Hermann Kloss. Die Orgel aus Allersdorf ist derzeit damit das älteste Instrument der Sammlung. 1998 erfolgte die Restaurierung durch die Plattlinger Orgelbaufirma Wolfgang Schober. Die technische Anlage ist nun wieder vollmechanisch im Baustil Edenhofers auf einer fahrbaren Unterkonstruktion wiederhergestellt. Die neue Windversorgung ist mit massiven Holzkanälen ausgestattet.
Ebenfalls vom Orgelbauer Schober wurden drei Orgelmodelle im Obergeschoss des Kreuzgangs angefertigt. Sie sind wesentlich für die Darstellung und den Einblick in die Funktions- und Wirkungsweise der verschiedenen Orgeltypen.


Orgel aus Köfering

"Ein Erbauer dieser Orgel ist noch nicht zu eruieren. Es wurde lediglich eine Inschrift gefunden, dass das Instrument im Mai 1838 von dem Straubinger Orgelbauer Jakob Schmid repariert wurde. Dem Gehäuse nach dürfte die Orgel aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen. Aus dieser Zeit sind auch die Windladen und ein Teil der Pfeifen ... auch die beiden Pedalregister sind alt." So beurteilte der damalige Orgelsachverständige und Domorganist Eberhard Kraus im Jahre 1985 das voll mechanische Instrument. Ein Gutachten des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege schätzt Teile der Orgel noch etwas älter ein:
"Der Kranzrahmen und Teile des Prospektgesimses sowie die Schleierbretter sind die ältesten Stücke, die noch aus dem 18. Jahrhundert stammen; über dem Mittelgesimse sind klassizistische Vasengruppen aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgesetzt ..."
Die frühere Orgel in der Pfarrkirche St. Michael in Köfering im Landkreis Regensburg wurde in der Vergangenheit mehrfach umgebaut. Eine Versetzung von der 1. auf die 2. Empore der Pfarrkirche wurde wohl aus klanglichen Gründen vorgenommen. Zuletzt lag sie - nicht mehr benutzbar und teils zerlegt über viele Jahre auf der Kirchenempore und war dem Verfall und der Beseitigung anheim gegeben.
Durch die Aufmerksamkeit und die Bemühungen der Verantwortlichen des Fördervereins Orgelmuseum Kelheim e. V. kann sie jetzt wieder neu in der ehemaligen Franziskanerkirche zur Freude der Besucher erklingen. Die mechanische Schleifladenorgel ist - wie oben schon erwähnt - kein einheitliches Werk eines bestimmten Orgelbauers. Der Erbauer von Ober- und Untergehäuse mit der Registermechanik ist unbekannt. Manualwindlade, Wellbretter und Spielmechanik stammen nach der Inschrift am Hauptwellbrett vom Orgelbauer Adam Ehrlich (Passau) aus dem Jahre 1852. Von ihm dürfe auch ein Teil des Pfeifenwerkes sein.
Das Manuale mit 54 Tönen verfügt über 9 klingende Stimmen Das Pedal mit 22 Tasten hat 2 Register. 9 Töne der kleinen Oktave repetieren mit Hilfe eines zweiten Tonventils in die tiefe Oktave. Der Subbass 16´ ist ohne Registerzug und kann nicht stumm gemacht werden.
Das Instrument wurde durch den Plattlinger Orgelbauer Wolfgang Schober in mühevoller und sorgfältiger Kleinarbeit wiederhergestellt. Etliche Teile der Anlage (Holzpfeifen, Windversorgung, Pfeifenstöcke, Stellbretter und Pfeifenraster, Manualklaviatur) mussten wegen zu starkem Wurmfraß und sonstiger Schäden vorbildgetreu neu angefertigt werden. Zusammen mit dem Intonateur Matthias Klingwarth konnte er der kleinen Orgel eine überraschende und ansprechende Klangschönheit zurückgeben.


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Öffnungszeiten:

1. April - 31. Oktober
Dienstag - Sonntag  14.00 - 17.00 Uhr (außer Karfreitag und Karsamstag)



Orgelmuseum Kelheim
Am Kirchensteig 4
93309 Kelheim



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Zuletzt aktualisiert am 14.02.2017