Sippenauer Moor bei Saal an der Donau Gelbbauchunke Fieberklee Spinne Sippenauer Moor bei Saal an der Donau

Naturschutzgebiet "Sippenauer Moor"

bei Saal / Mitterfecking



Das Sippenauer Moor liegt zwar nur wenige Kilometer südlich von Kelheim und Donau, aber für die Mitglieder der Regensburgischen Botanischen Gesellschaft ist ein Blick ins Naturschutzgebiet wie ein Ausflug ins bayerische Voralpenland. Warum?

Sippenauer Moor bei Saal an der Donau Das Naturschutzgebiet ist ein sogenanntes Kalk-Quellmoor. Dieser Moortyp ist in Bayern vor allem am Alpenrand verbreitet und wird von zahlreichen seltenen und spezialisierten Pflanzen und Tieren besiedelt, z. B. die Mehlprimel (Primula farinosa), eine Art der kalkreichen Niedermoore, sie ist in Bayern vor allem wegen der fortschreitenden Zerstörung ihrer Lebensräume als gefährdete Art anzusehen. Die in Bayern vom Aussterben bedrohte Gestreifte Quelljungfer (Cordulegaster bidentata) hat hier ihren einzigen Fundort im Landkreis. Die Larven der Libelle leben bis zu fünf Jahre räuberisch in Quellbereichen und kleinen Fließgewässern bevor sie als flugfähige Libelle schlüpfen. Das Sippenauer Moor ist also von überregionaler Bedeutung, weil diese Arten hier einen isolierten nördlichen Vorposten in Bayern haben.

Eine zusätzliche Besonderheit des Naturschutzgebietes ist das schwefelhaltige Karstwasser, dessen intensiver Geruch in der Namensgebung wiederzufinden ist: "sippen" bedeutet soviel wie "übel riechen, stinken".
Der Schwefelgehalt im Quellwasser erklärt sich folgendermaßen: das Grundwasser durchzieht Braunkohle-Schichten, in denen durch anorganische Zersetzung Schwefelwasserstoff und elementarer Schwefel entstehen und dann im Wasser gelöst sind.
In unmittelbarer Nachbarschaft der beiden Schwefelquellen tritt auch schwefelfreies Wasser zutage, was auf zwei Grundwasserstauer schließen läßt.

Zur Sicherung der Artenvielfalt sind Pflegemaßnahmen notwendig. Unter Leitung des Landschaftspflegevereins VöF wurde von Landwirten z. B. eine ältere Fichtenaufforstung entfernt oder, als jährliche Pflege, eine Herbstmahd der Kleinseggen-Riede vorgenommen.

Ihr Beitrag zum Schutz des Sippenauer Moors ist die Beachtung des Wegegebots und des Verbotes, Pflanzen zu pflücken oder auszugraben!



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Zuletzt aktualisiert am 10.02.2017