Wanderweg in Kipfenberg im Naturpark Altmühltal


Schmetterlingsweg

in Kipfenberg im Naturpark Altmühltal



Kalkmagerrasen

An den Hängen des Altmühltales findet man auf flachgründigen Böden viele felsdurchsetzte Kalkmagerrasen. Diese beherbergen eine spezielle Pflanzen- und Tierwelt, die auf die Besonderheiten wie Nährstoffarmut und starke Erwärmung angepasst sind bzw. von diesen abhängig sind. Zum Erhalt der Lebensbedingungen ist es notwendig die Magerrasen offen und unbewaldet zu erhalten. Dazu muss eine regelmäßige Pflege, meist mit Schaftbeweidung, erfolgen. Die Arnsberger Leite hebt sich von anderen Kalkmagerrasen hervor, weil durch die Summe vieler Faktoren (Südexposition, offene Felsflächen, starke Hangneigung) ein äußerst warmer Lebensraum entsteht. Diese Voraussetzung benötigt der Graublaue Bläuling, der selbst im Altmühltal nur noch an sehr wenigen Standorten vorkommt. In Bayern sind seine Bestände so stark zurückgegangen, dass er vom Aussterben bedroht ist. Im Frühsommer fliegt vor Ort eine weitere Rarität: Der Libellen-Schmetterlingshaft. Wie dieser Name andeutet, sieht er auf den ersten Blick einem Schmetterling sehr ähnlich. Ein zweiter Blick zeigt jedoch, dass es sich um einen Netzflügler handelt: Seine Flügelmembranen sind nicht wie bei Schmetterlingen mit Schuppen bedeckt, weshalb sein netzartiges Geäder besonders auffällt. Auch seine räuberische Lebensweise unterscheidet ihn von Schmetterlingen, die v.a. an Blüten saugen.


Wussten Sie schon, ...
dass es fleischfressende Raupen gibt ?

Raupen sind Pflanzenfresser, das ist bekannt. Aber gilt das wirklich für alle? In der Familie der Bläulinge gibt es Arten, deren Raupen Fleisch fressen. Dieses Phänomen findet man in den Tropen häufiger, in unseren Breiten ist es eher selten. Der Schwarzfleckige Ameisen-Bläuling, der auch an der Arnsberger leite zu finden ist. Gehört zu diesem Typus. Zunächst frisst die Raupe an Thymian, aber schon nach wenigen Wochen lässt sie sich auf den Boden fallen. Dort besteht eine sehr gefährliche Situation, denn für fast alle Ameisenarten ist die Raupe als Beute willkommen. Nur von der Säbeldornigen Knotenameise (Myrmica sabuleti) wird sie lebend in deren Nest eingetragen. Spezielle Sekrete und Botenstoffe, die die Raupe absondert bewirken das friedliche Verhalten. Unter diesem Schutz, der auch im Nest weiter besteht, ernährt sich die Raupe von der Brut ihrer Wirtsameise. Im sicheren unterirdischen Ameisennest erfolgt die Überwinterung und im folgenden Mai auch die Verpuppung. Der Falter, der somit im Ameisennest schlüpft, hat jetzt ein lebensbedrohendes Problem: Der Schutz durch Sekrete ist bei ihm nicht mehr vorhanden. Auf dem Weg nach draußen ist daher Eile geboten!


Diese Falter können Sie hier sehen:

Libellen-Schmetterlingshaft (Libelloies coccajus) der Netzflügler jagt in Flug Insekten
Schwarzfleckiger Ameisen-Bläuling (Maculinea arion)   hat Ameisenbrut auf seinem Speiseplan
Silbergrüner Bläuling (Polommatus coridon) das Weibchen ist wie bei vielen Bläulingsarten braun
Graublauer / Quendel-Bläuling (Scolitantides baton) er ist in Bayern vom Aussterben bedroht
Himmelblauer Bläuling (Polyommatus bellargus) der Himmel sollte sich ein Beispiel nehmen


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Zuletzt aktualisiert am 10.02.2017