Nordtor im Römerkastell in Pfünz im Altmühltal


Römerkastell "Vetoniana"

in Walting / Pfünz im Naturpark Altmühltal



Nordtor (porta praetoria)

Auf den antiken Fundamenten ließ der Historische Verein Eichstätt in den Jahren 1988/89 diese Toranlage wieder aufbauen. Anhaltspunkte für eine möglichst orginalgetreue Rekonstruktion ergaben sich aus den archäologischen Untersuchungen, die Friedrich Winkelmann von 1884 bis 1900 durchgeführt hatte. Für die Mauern hatten die Römer Kalk- und Dolomitsteine aus der näheren Umgebung eingesetzt, für die Torbögen Tuffsteine verwendet und die Dächer mit Leisten (tegulae) und Hohlziegeln (imbrices) gedeckt. Den gemachten Funden entspricht das für die Rekonstruktion gewählte Baumaterial. Die Mauern wurden massiv aus handbehauenen Kalksteinen hergestellt, die Torbögen und Tuffkeilsteinen gewölbt und für die Dacheindeckung Ziegel nach römischem Vorbild aus Italien bezogen. Das verwendete Holz und die Steinplatten für die Fenstersimse wurden von Hand überarbeitet, um auch im Detail möglichst orginalgetreu zu bleiben. Ergänzend zog man bildliche Darstellungen aus römischer Zeit, insbesondere an der Trajansäule in Rom (z. B. für die Form des Holzgeländers), sowie noch erhaltene römische Bauten, wie Porta Praetoria in Regensburg, die Porta Nigra in Trier, das Praetorianerlager in Rom oder das Kastell Bou Njem in Libyen als Vorbilder für die Rekonstruktion heran. Die Pläne dazu erstellte Dipl.-Ing. Wolfgang Schmidt, Augsburg.


Inschriftstein am Tor

Die Inschriftenplatte ist eine Kopie nach dem Orginal das im Kastellwesttor gefunden wurde und jetzt im Museum für Ur- und Frühgeschichte auf der Willibaldsburg in Eichstätt zu besichtigen ist. Die Inschrift lautet (unter Auflösung der Abkürzungen):


IMP(ERATORI) CAE(SARI) TITO
AEL(IO) HADR(IANO9
ANTONIO
AVG(VSTO) PIO
COH(ORS) I BR(EVCORVM) C(IVIVM) R(OMANORVM)

       Dem Kaiser Titus
Aelius Hadrians
Antonius
Augustus Pius (hat)
Die 1. Kohorte der Breuker römischer Bürger (das Kastell errichtet).

Die Inschrift war zu Ehren des Kaisers Antonius Pius (138/161 n. Chr.), der die Holzkonstruktion des Kastells durch Steinbauten ersetzen ließ.



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Zuletzt aktualisiert am 28.04.2016