Wildschwein im Altmühltal


Schwarzwild (Sus scrofa)

in Beilngries im Naturpark Altmühltal



Auch Wildschweine, Wildsauen, Sauen, Grobwild (selten), scherzhaft auch Schwarzkittel. Das Schwarzwild ist ein nichtwiederkäuender Paarhufer. Es zählt zur Familie der Altweltlichen Schweine (Suidae) und zur Unterfamilie der Wildschweine. Von den zahlreichen Unterarten sind in Europa von Bedeutung: Sus scrofa scrofa im Westen, Sus scrofa meridionalis im Südosten und Sus scrofa attila im Osten. Vermischungen der Unterarten sind sehr häufig. Auch Vermischungen mit unserem Hausschwein, dessen Stammform das Wildschwein ist, waren früher häufig und kommen auch heute noch vor.


Vorkommen:

Noch im letzten Jahrhundert war das Vorkommen des Schwarzwilds in Deutschland (z. B. Saupark Springe) und Österreich auf Gatterreviere und Wildparks beschränkt. Obwohl früher fast über ganz Europa mehr oder weniger stark verbreitet, war es in vielen Gegenden fast ausgerottet. Während und nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich das Schwarzwild aber durch ungenügende Bejagung stark vermehrt und kommt in Deutschland überall dort vor, wo es klimatisch günstige Bedingungen sowie Feld-Wald-Landschaften vorfindet und geduldet wird. Die größten Vorkommen sind in Niedersachsen (Harz, Solling), Rheinland-Pfalz, Hessen, in Teilen Bayerns sowie in Neubrandenburg und Schwerin. Darüber hinaus kommt das Schwarzwild in Polen sowie in Ost- und Südosteuropa vor. In Großbritannien und in Skandinavien war es ausgerottet, wurde aber in verschiedenen Gegenden wiedereingebürgert.


Aussehen:

Das starke, kräftige und wehrhafte Schwarzwild ist hausschweinähnlich. Der dünne Bürzel hängt - im Gegensatz zum Hausschwein - glatt herab, bei alten Sauen auch im Sommer mit einer Quaste aus fast schwarzen Haaren. Frischlinge, die im Frühjahr gefrischt wurden, wiegen im Herbst zwischen 20 und 30 kg. Gegenüber dem Hausschwein ist der Körper des Schwarzwilds kürzer und gedrungener, die Läufe aber stärker. Der Kopf ist lang und spitz, der Hals kurz und stark. Die kleinen Lichter liegen tief im Schädel. Die Teller stehen aufgerichtet, sind verhältnismäßig klein und dreieckig und wie der Bürzel und die Läufe dunkel behaart. Das Schwarzwild hat eine Schwarte mit Borsten. Der Haarwechsel findet im Frühjahr statt. Die Färbung ist sehr verschieden. Sie ist im Sommer bräunlich bis silbriggrau, die Borsten sind kurz und glatt. Im Winter ist sie dunkelgrau bis fast schwarz, auf der Unterseite ist der Körper etwas heller, die Borsten sind länger und haben eine dichte Unterwolle. Nur im Winter hat der Keiler den Saubart (lange Borsten auf der vorderen Rückenpartie). Die Frischlinge haben eine rötlichbraune Grundfarbe mit hellen, gelblichen bis fast weißen Streifen, die sich ziemlich gerade von vorne nach hinten ziehen. Etwa im Alter von drei Monaten verlaufen diese typischen Streifen. Durch Einkreuzung von Hausschweinen kommen immer wieder gescheckte Stücke vor, einzelne davon sind fast ganz weiß. Auf den Schulterpartien älterer Keiler befindet sich meist eine harzig-lehmige Kruste, der sog. Schild oder Panzer. Diese Keiler werden als Panzerschweine bezeichnet.


Sinne und Lautäußerung:

Sauen vernehmen sehr gut, äugen jedoch schlecht, Bewegungen werden aber wahrgenommen. Hervorragend ausgebildet sind das Wittrungsvermögen und der Geschmackssinn, der sie zum Herausfinden von Leckerbissen befähigt. Sie haben ein hohes Lernvermögen, ein sehr gutes Gedächtnis und ein ausgeprägtes Zeitempfinden. Lautäußerungen sind sehr häufig. Wenn eine Rotte Sauen rege ist oder im Gebräch steht, sind die verschiedensten Lautäußerungen zu hören. Brechende Sauen grunzen und schmatzen. Bachen grunzen, um ihre Frischlinge bei sich zu halten. Frischlinge quieken oder klagen, wenn sie gestoßen werden oder ein stärkerer Artgenosse ihnen einen Stoß mit dem Gebrech versetzt. Bei Gefahr, Erregung und Unsicherheit warnen sie durch das Blasen. Bei erkannter Gefahr werden sie nach einem deutlichen "Wuff" flüchtig. Sauen, die in Not geraten, von Hunden gepackt werden oder schmerzhafte Knochenschüsse haben, klagen (ähnlich wie das Hausschwein), dies kommt jedoch nur selten vor. Wird ein weidwunder Keiler von Hunden gestellt oder stehen sich zur Rauschzeit zwei Rivalen gegenüber, ist das Wetzen der Waffen zu hören. Der Keiler schlägt dabei aus Wut das Gewaff aufeinander.

Lebensraum und Lebensweise, Äsung
Fortpflanzung
Losung, Fährte
Ansprechen, Jagdarten, Hege



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Zuletzt aktualisiert am 10.02.2017