Minnisänger mit Falken spanischer Falkner Falnerei im Orient Falknereibuch von Heinrich II. Minnisänger mit Falken

Geschichte der Falknerei



Die Falknerei, im weiteren Sinne definiert als die Jagd auf Wild mit Hilfe von abgerichteten Greifvögeln, entwickelte sich von einer Jagdmethode zu einem Sport. Die Ursprünge der Falknerei sind im Staub des Altertums verschüttet, aber vermutlich lagen sie im Nahen, Mittleren oder Fernen Osten. Manche datieren die Anfänge schon auf 200 v. Chr., jedoch ist der früheste stichhaltige Beleg ein assyrisches Basisrelief (722-705 v. Chr.). Die Lebensweise des Nomadenvölker Asiens eignete sich wahrscheinlich gut für die Falknerei, und der Einsatz von Falken und Adlern war möglicherweise eine wirksame Methode, zu Fleisch zu kommen, als der Gebrauch primitiver Bogen oder Speere. In Indien wurde die Falknerei wahrscheinlich schon sehr früh praktiziert, obwohl der früheste Hinweis erst im zweiten Jahrhundert n. Chr. auftaucht, und sie erreichte dort ihre größte Popularität nach dem Eindringen der islamischen Kultur im 14. Jahrhundert. In China gibt es Berichte über der Einsatz von Falken in der Jagd schon für die Zeit um etwa 680 v. Chr., im Chu Königtum. In der Han-Dynastie (206 v. Chr.-220 n. Chr.) hatte die Popularität der Falknerei offensichtlich zugenommen, da es heißt, daß Kaiser Teng oft in den kaiserlichen Wald ging, um mit Falken zu jagen. In Japan erscheint der erste Bericht über Falknerei etwa 720 n. Chr. Der Sport wurde zu dieser Zeit wahrscheinlich auch in Korea betrieben, da die Quelle einen fremden Vogel erwähnt, der in Korea gefangen wurde und im dreiundvierzigsten Jahr des japanischen Kaisers Nintoku (355 n. Chr.) bei der Jagd eingesetzt wurde. In Persien und Arabien hat die Falknerei vermutlich schon sehr früh begonnen, obwohl sehr wenige diesbezügliche Quellen existieren. Persien war der Mittelpunkt der Falknerei im Nahen Osten.
Es gibt keinen Hinweis darauf, daß die Juden in Palästina im Altertum die Falknerei kannten, und in der Antike war sie in Europa auch nicht weitläufig bekannt oder praktiziert. Sie erscheint weder auf griechischen Vasenmalereien noch auf römischen Fresken, obwohl beide andere Jagdmethoden enthalten. Man Glaubt, daß die Falknerei im Mittelmeergebiet ab etwa 400 n. Chr. existierte, als ein ältere Autor den Wunsch beschrieb, daß er als Jugendlicher "einen schnellen Hund und einen prächtigen Habicht haben wollte". Im sechsten Jahrhundert war die Falknerei ein fester Bestandteil im Leben germanischer Stämme geworden. Ihr Gesetz besagte: "Wenn jemand sich erlaubt hat, den Habicht eines anderen zu stehlen, gebieten wir, daß der Vogel selbst sechs Unzen Fleisch von der Brust des Diebes fressen soll", was bedeutete, daß die Nahrung der Falken auf die Brust des Diebes gelegt werden sollte. Es gab auch Gesetzt zum Schutz von Nestern und Bäumen, auf denen sich Nestern befanden.
Die Periode von 500 bis 1600 n. Chr. sah den Höhepunkt des Sports in den Feudalgesellschaften des europäischen Christentums und des Islam. In erster Linie bestimmte der soziale Rang, welcher Greifvogel benutzt werden konnte, wie die Äbtissin Juliana Berger im Mittelalter vermerkte: "Ein Adler für einen Kaiser, ein Gerfalke für einen König, ein Wanderfalke für einen Grafen, ein Merlin für eine Adelige, ein Habicht für einen Freisassen, ein Sperber für einen Priester, ein Muskat für den Weihwasser-Vorsteher." Falken waren ein Teil des täglichen Lebens und wurden in gleichen Maße an den Hof, in die Kirche oder auch in die Schlacht mitgenommen. Während der Kreuzzüge benützten Christen und Sarazenen Falken als Friedensboten und Handelsartikel, und zwischen den Schlachten nahmen sie sich die Zeit, um mit Falken zu jagen. Selbst die schottische Königin Maria Stuart hatte während ihrer Gefangenschaft angeblich die Gelegenheit, einen Merlin fliegen zu lassen. Beschwerden wurden sogar von einer Äbtissin verzeichnet, die sich beklagte, daß die Nonnen ihre Vögel in die Kapelle mitbrachten. Englische und französische Könige, russische Zaren und die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches unterhielten über Jahrhunderte große Falknerhaushalte. Für viele gilt Friedrich II. von Hohenstaufen (1194-1250), Kaiser des heiligen Römischen reiches, als der größte Falkner, der je gelebt hat, und war für seine Zeit ein wahrlich moderner Monarch. In seiner berühmten Anhandlung "De Arte Venandia cum Avibus" führte er wissenschaftliches Denken in die Schriften über Vögel ein, und seine Angaben werden noch heute von paktierenden Falknern benutzt. Viele berühmte historische Persönlichkeiten waren begeisterte Falkner, von Dschingis Khan in der Mongolei bis zu den Shogunen von Japan und den indischen Maharadschahs. In vielen Stücken Shakespeares gibt es Bezeichnungen aus der Falknerei, und viele Ausdrücke sind in die englische Alltagssprache übergegangen. Falknerei war eine Leidenschaft, die mit der Rolle von Baseball im heutigen Nordamerika verglichen worden ist.
Das Aufkommen von wirkungsvollen Gewehren für die Jagd, die Landrodung für die Landwirtschaft, die Bewirtschaftung von Wildgehegen, und ein allgemeiner Verfall des Feudalsystems werden als Gründe für den Rückgang der Falknerei in Europa im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert zitiert. Die beispiellose Verehrung, die den Greifvögeln entgegengebracht wurde, wich dem Abschlachten von Erwachsenen und Küken und der Zerstörung der Nester, da die Vögel nun als Konkurrenten für das Wild und als Schädlinge angesehen wurden.
Während dieser Periode wurde die Falknerei weiterhin von ein paar wenigen Liebhabern betrieben. In Europa existieren einige Falkenklubs, wie beispielsweise der Königliche Falkenclub von Holland. Berichte dieses Klubs über die Reiherjagd mit dem Falken beschreiben lange, in großen Höhen kreisende Flüge, die sich über mehrere Kilometer ausdehnten. Ihnen folgten gut ausgerüstete Teilnehmer, ähnlich den Fuchsjagden dieser Tage, zu Pferde. Die gefangenen Reiher wurden häufig wieder unversehrt freigelassen, nachdem sie an einem Bein mit einem Ring aus echtem Silber, auf dem das Datum verzeichnet war, versehen worden waren.
Unser Wissen über die Falknerei im Nahen und Fernen Osten in der Periode vom siebzehnten bis neunzehnten Jahrhundert ist beschränkt. Im allgemeinen scheint der Sport in verringertem Umfang weiter betrieben worden zu sein, und in Arabien und in der Mongolei blieb er bis ins zwanzigste Jahrhundert hinein weitverbreitet. In einem sehr bescheidenen Rahmen erreichte die Falknerei nach dem Ende des ersten Weltkriegs auch Nordamerika, aber erst in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts begann die Popularität des Sports wieder zuzunehmen. 1982 vermerkte T. Cade, daß "Falknerei noch nie so populär wie heute war". Er schätz, daß es weltweit zwischen 10.000 und 20.000 praktizierende Falkner gibt, hauptsächlich im Nahen Osten, in Europa und Nordamerika sowie kleinere Gruppen in Südamerika, Australien, Neuseeland, Afrika, dem asiatischen Teil der Sowjetunion, Korea, Japan und in Indien.


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Zuletzt aktualisiert am 10.02.2017