Wacholderheide bei Walting im Altmühltal


Gungoldinger Wacholderheide

in Walting / Gungolding im Naturpark Altmühltal



Die "Gungoldinger Wacholderheide" ist mit ihren ca. 70 ha die größte in Bayern als Naturschutzgebiet ausgewiesene Wacholderheide. Durch jahrhundertelange Nutzung wurde die vorgegebene standörtliche Vielfalt auf äußerst komplexe Weise abgewandelt. Dies spiegelt sich in einer artenreichen Flora und Fauna mit zahlreichen geschützten und gefährdeten Arten wider.
Bei den Pflanzen sind es vor allem die seltenen Orchideenarten, wie z. B. Herbstdrehwurz und Brandknabenkraut, die erwähnt werden müssen. Auch kommen mit Deutschem Enzian, Fransen- und Kreuzenzian alle drei verschiedenen Enzianarten in diesem Gebiet vor. Viele weitere trockenheitsliebende Arten, die bayernweit schon als gefährdet eingestuft werden müssen, können in der Gungoldinger Wacholderheide noch in hohen Stückzahlen angetroffen werden. Dies sind u. a. die Silberdistel, die Küchenschelle und die Kugelblume.
Auch die Tierwelt kann mit zahlreichen Besonderheiten aufwarten. Neben vielen seltenen Schmetterlingsarten bieten die Wacholderheiden geradezu ideale Bedingungen für eine artenreiche Heuschreckenfauna. Ursache hierfür sind die zahlreichen unterschiedlichen Kleinlebensräume, die in diesem Naturschutzgebiet eng verzahnt vorhanden sind. Blanker Fels und spärlich bewachsene Geröll- bzw. Rohbodenflächen wechseln sich ab mit kurzrasigen Bereichen oder Stellen, an denen die Vegetation dicht verfilzt ist. Besonders seltene Arten sind Rotflügelige Schnarrheuschrecke und die Blauflügelige Ödlandschrecke.
Hecken und kleinere Wäldchen spielen vor allem für die Vögel eine große Rolle. Ideale Lebensbedingungen findet hier u. a. der Neuntöter. Während dieser seltene Vogel sein Nest in Gebüschen anlegt, dienen ihm die offenen Bereiche als Jagdrevier. Seine Beute besteht hauptsächlich aus mittelgroßen bis großen Insekten. Aber auch Mäuse oder kleine Singvögel können ihm vereinzelt zum Opfer fallen.
Die Entstehung der Gungoldinger Wacholderheide ist untrennbar mit der Wanderschäferei verbunden. Diese extensive Beweidung ist deshalb auch für den Erhalt dieser Magerrasen notwendig. Mit dem Rückgang der Schäferei in den vergangenen Jahrzehnten wuchsen die offenen Rasenflächen immer mehr zu. Der Lebensraum für die trockenheit- und lichtbedürftigen Arten verkleinerte sich zunehmenden Maße.
Durch umfangreiche Ausholzungsmaßnahmen, bei denen hauptsächlich Wacholder und Kiefern entfernt wurden, konnten die offenen Bereiche teilweise wieder hergestellt werden. Scheinen diese Maßnahmen auch manchmal ein Eingriff in der Naturhaushalt zu sein, so sind sie doch für den Erhalt einer vielfältigen und artenreichen Natur unumgänglich. Da die Beweidung mit Schafen in letzter Zeit wieder zunimmt, ist auch ein Offenbleiben der Flächen gesichert.


Im Naturschutzgebiet "Gungoldinger Wacholderheide" besteht kein Betretungsverbot. Um Störungen für die Natur aber möglichst gering zu halten, sollten Besucher nicht kreuz und quer durch die Flächen laufen, sondern nur die vorhandenen Wege benutzen.



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Zuletzt aktualisiert am 28.04.2016